CHRONIK
Georgischützen St. Georgen/Pzg.
Der Kirchenweiler St. Georgen liegt auf einer Terrasse über dem Salzachtal und war schon in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt. Der kleine Ort in der Gemeinde Bruck a. d. Glocknerstraße wird urkundlich erstmals 924 erwähnt. Sein Ortsbild prägen das aus dem 15. Jahrhundert stammende Schloss Heuberg (Niederheim), das mehrmals abbrannte, zuletzt 1900, und das danach in der heutigen vereinfachten Form wieder aufgebaut wurde, sowie die Kirche zum hl. Georg. Diese erhebt sich auf einer weithin sichtbaren Hügelkuppe und gab dem Ort seinen Namen. Der spätgotische Bau mit Westturm ist im Kern romanisch und scheint 1416 erstmals urkundlich auf.
Wesentlich jüngeren Ursprungs ist die heutige örtliche Schützenkompanie, die "Georgischützen St. Georgen". Obwohl 1962 erst gegründet, waren sie aber bereits als Teil der Landfahne des Pfleggerichtes Taxenbach an allen kriegerischen Ereignissen in Salzburg beteiligt.
Während der Franzosenkriege kämpften sie mit den Taxenbachern 1809 an Loferer Pässen. Der heutige Obmann der "Georgischützen" Werner Habelt, weiß über die Gründung des Vereines so manches zu berichten: Der Hauptinitiator war damals Anton Mitteregger, der dann auch der erste Obmann der "Georgischützen" wurde. Habelt erinnert sich auch, ",...dass anfangs die ersten Versammlungen, die der Steinbachbauer einberief, aufgrund verschiedener Schwierigkeiten scheiterten und ein junger dynamischer Hauptmann fehlte. Dieser wurde im Fasching 1962 nach einer Wette gefunden...". Harald Hinterseer hieß der erste Schützenhauptmann, der den verantwortungsvollen Posten übernahm und dafür von Josef Etzer einen Liter Wein spendiert erhielt. Insgesamt 14 Mann trafen sich bereits Monate vor dem Gründungsfest und exerzierten in der Tenne des Steinbachbauern. Die Gründungsmitglieder waren schon damals große Idealisten: "...Die Tracht musste sich jeder selbst kaufen, sogar für das Schießen musste jeder bezahlen: ein Schuss kostete 1, - Schilling. Durch eine großzügige Spendenaktion der Bevölkerung konnte jedoch die erste Gründungsnot bald gemindert werden...", berichtet der Chronist.
Die offizielle Gründung der Georgischützen St. Georgen erfolgte im September 1962. Die damals geweihte Fahne schmückt auf der Vorderseite eine Darstellung des hl. Georg mit Ansicht der Kirche und Schriftzug "Schützenkompanie St. Georgen im Pinzgau" und auf der Rückseite das Salzburger Landeswappen mit zwei gekreuzten Gewehren und der Spruch "Im Auge Klarheit, im Herzen Wahrheit". Herta Schafflinger war Fahnenmutter – sie spendete 10.000 Schilling für die Fahne -, Fahnenpatin war Agnes Oberlechner.
Die erste Ausrückung gab es zu Fronleichnam und die Georgischützen absolvierten diese mit großem Erfolg. 1965 wurde Franz Unterberger Obmann. Er gab dem Verein neue Impulse, indem er ein regelmäßiges Zimmergewehrschießen beim Kirchenwirt einführte. Dadurch wurden nicht nur sportliche Akzente gesetzt, sondern es konnte auch die Vereinskasse aufgebessert werden. Unter den nachfolgenden Obmännern Johann Etzer (1970-1984), Harald Hinterseer (1985-1990), der auch gleichzeitig Hauptmann war, und unter dem heutigen Obmann Werner Habelt erlebte der Verein einen ständigen Aufstieg.
1992 übergab Gründungsmitglied und Schützenhauptmann Harald Hinterseer das Kommando an Alexander Daser, Hauptmannstellvertreter wurde Rupert Eder. Alexander Daser konnte alsbald aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nicht mehr ausüben, und so rückte Rupert Eder als Hauptmann nach. Zu seinem Stellvertreter wurde Anton Eder gewählt, womit wieder ein dynamisches Führungsteam die Geschicke der "Georgischützen" leitet.
1987 wurde zwischen 31. Juli und 2. August im Zuge des Anton-Wallner-Bataillon-Festes das 25jährige Gründungsjubiläum der Schützenkompanie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und mit zahlreichen Gastvereinen gefeiert. Zur 30jährigen Gründungsfeier 1992 kamen nicht nur die örtlichen Vereine, sondern auch alle Fahnenabordnungen der Anton-Wallner-Schützen. Besonderen Eindruck hinterließen die Prangerstutzenschützen aus Aigen, die das Fest mit einem eindrucksvollen Lauffeuer umrahmten. Neben den üblichen jährlichen Ausrückungen zu den kirchlichen und weltlichen Festlichkeiten ist wohl der Empfang des österreichischen Bundespräsidenten 1996 in Zell am See zu den Höhepunkten zu zählen. Für den noch amtierenden Bundespräsidenten Dr. Thomas Klestil wurde eine "Ehrensalve" abgefeuert. Die freundschaftliche Verbindung zum Schützenverein Absberg in Deutschland, zu deren 75jährigen Bestandsjubiläum die „Georgischützen“ im Jahr 2000 in Absberg ausrückten, bereichert das Vereinsleben ebenso wie die guten Beziehungen zum Kameradschaftsbund Zell am See. Hier stellen die Georgischützen seit über 30 Jahren bei der jährlichen Heldenehrung die Ehrenkompanie. Die Georgischützen sind durch ihr tadelloses Auftreten und ihre gelungenen "Ehrensalven" im ganzen Pinzgau bekannt und gerne gesehen.