CHRONIK
Salzburger Rangglerverband
Der uralte Brauchtumssport "Ranggeln" ist über viele Jahrhunderte durch verschiedene Dokumente urkundlich nachweisbar. Die Wettkampfregeln und die Art der Durchführung wurden Jahrhunderte lang durch mündliche Überlieferung weitergegeben. Durch das Fehlen schriftlicher Durchführungsbestimmungen war die Regelauslegung großteils dem Veranstalter von Rangglerfesten vorbehalten. Fragwürdige Entscheidungen und übertriebener Patriotismus führten sehr häufig zu unnötigen Streitigkeiten, die dem Ansehen dieser Sportart sehr abträglich waren.
Verdienstvolle Männer aus dem Pinzgau und Pongau bemühten sich daher gleich nach dem zweiten Weltkrieg, diesem Problem wirksam zu begegnen.
Unter dem Vorsitz von Bezirkshauptmann Dr. Gasteiger trafen sich folgende Männer 1947 beim Fischerwirt in Zell am See zur Gründungsversammlung des Salzburger Rangglerverbandes:
Hermann Hörl aus
Saalfelden, Simon Scharler aus Stuhlfelden, Fritz Bürgler aus Goldegg, Ing.
Sebastian Poschacher aus Uttendorf, Bartl Herzog aus Taxenbach, Stefan Holzer
aus Mühlbach und der Hausherr Franz Mitterwurzer. Da es kein Gründungsprotokoll
gibt, ist die Liste der Teilnehmer wahrscheinlich unvollständig.
Schwierige Gründungsphase:
Während der Kassier Franz Mitterwurzer bis zu seinem Tode im Jahre 1970 seine
Funktion behielt, wechselten die Obmänner fast jährlich in ihrer Funktion.
Die klaglose Abwicklung der Veranstaltungen und die Terminabsprache für Großveranstaltungen waren die Ziele der Funktionäre in den ersten Jahren.
Die Organisation eines Ländervergleichskampfes zwischen Salzburg und Tirol war ein erstes Erfolgserlebnis des neuen Vorstandes. Obwohl der Tiroler Rangglerverband erst 1961 gegründet wurde, ist es von Anfang an gelungen, ein Länderranggeln abwechselnd in Tirol und Salzburg durchzuführen.
Franz Steger,
Mittersill(Gugg)
und Florian Altenberger, Stuhlfelden(Floh)
waren legendäre Ranggler in den 40er
Jahren
Große Probleme ergaben
sich jedoch in organisatorischer Hinsicht, weil damals alle Ranggler
Individualisten waren und verstreut über das ganze Land lebten. Die geringe
Mobilität dieser Zeit stellte ein fast unüberwindbare Hemmnis dar.
Es ist in dieser Zeit auch gelungen, einen internationalen Ranggler-Terminkalender verbindlich für alle 4 Verbände gemeinsam zu erstellen.
Der größte Erfolg dieser
Zeit war aber die Erstellung einheitlicher Durchführungsbestimmungen für alle
Rangglerverbände im Jahre 1969. In diesen Bestimmungen sind nicht nur die
Wettkampfregeln für die Ranggler, sondern auch die Vorschriften für die
Veranstalter verbindlich festgelegt.
Vereinsgründungen
Die Ranggler sollten ihren Sport nicht
als Individualisten betreiben, sondern in Vereinen mitwirken. Es wurde daher
versucht, in den Heimatgemeinden erfolgreicher Ranggler Rangglervereine zu gründen.
Die gezielte Förderung des Rangglersportes wurde damit wesentlich erleichtert,
denn nur so ist es möglich, gute Treiningsbedingungen zu schaffen.
Folgende Rangglervereine sind auf diese Weise entstanden:
| 1964
Rauris, Obmann Albert Gschwandtner 1976 Niedernsill, Obmann Alois Buchner 1977 Mittersill, Obmann Fritz Singer 1979 Bruck, Obmann DI Günther Heim 1980 Saalbach, Obmann Herbert Steger 1980 Saalfelden, Obmann August Hollaus 1980 Taxenbach, Obmann Toni Herzog 1981 Bramberg, Obmann Hans Trattner 1982 Leogang, Obmann Sepp Eberl 1983 Pongau, Obmann Robert Rupitsch 1989 Piesendorf, Obmann Hans Bernsteiner 1993 Elsbethen, Obmann Hermann Katsch 1993 Enns-Pongau, Obmann Wilfried Laubichler 1993 St. Johann-Alpendorf, Obmann Rupert Mayr 1993 Uttendorf, Obmann Josef Gruber |
Vom Rangglerfest zum
Brauchtumsfest
Nachdem die sportlichen
Leistungen in allen Bereichen verbessert werden konnten, wurden die
Ranggelveranstalter bereits anfangs der Neunzigerjahre aufgerufen, die
Veranstaltungen durch volkskulturelle Rahmenprogramme zu verschönern.
Vielen
traditionellen Ranggelveranstaltern ist es seither tatsächlich gelungen, aus
den bisherigen Rangglerfesten schöne Brauchtumsfeste zu machen.
